
Die Spatzen pfeifen es inzwischen von den Dächern: Der Chaos Computer Club lädt vom 27. bis 30. Dezember 2026 zum 40C3 ein – der größten europäischen Hackerparty, Konferenz und Plattform für Technik, Gesellschaft und Bürgerrechte. Wir sehen den Congress als eine große gemeinsame Bühne und fordern euch daher zum Mitgestalten auf. Der Call for Participation für Vorträge, das Nachtprogramm, Kunst, Punk und Musik startet heute.
Alles wird größer, bunter, schöner. Nach dem Umzug in die Hamburger Messehallen gibt es wieder reichlich Platz für kreative Ideen. Die neue Fläche will natürlich genutzt werden, weshalb wir alle galaktischen Wesen vom 27. bis 30. Dezember 2026 zum 40. Chaos Communication Congress einladen.
Unter dem Motto „Model Citizens” wollen wir gemeinsam neue Modelle für eine Gesellschaft suchen, nachdem die bisherigen modellhaften Bürgerinnen den Planeten in zweifelhaftem Zustand hinterlassen haben. Ansätze dazu gibt es reichlich. So ist der Congress das größte nichtkommerzielle Hackertreffen, organisiert von Freiwilligen, getragen von Tausenden unentgeltlichen Helferinnen sowie über 16.000 Besucherinnen, die das Event nicht passiv konsumieren, sondern aktiv mitgestalten.
Die Zeiten sind rauer geworden. Der Konsens, in einer demokratischen Gesellschaft solidarisch an einer gemeinsamen, besseren Zukunft zu arbeiten, weicht zunehmend dem Modell eines autoritär geführten Staates, in dem die Stärkeren den Schwächeren ihre Vorstellungen aufdrücken. Persönliches Engagement und Verantwortungsgefühl treten hinter dem Ruf nach einer starken Hand zurück, die alles wieder great again werden lassen soll. Die verbliebenen freiheitlichen Kräfte führen Rückzugsgefechte und versuchen nicht mehr, etwas Neues zu schaffen, sondern nur noch Schlimmeres zu verhindern.
Wir sehen das anders, kämpferischer: Der Congress war und ist das Modell dafür, wie es anders sein kann. Unterschiede werden als Bereicherung, das Ungewohnte als Anregung und die gegenseitigen Bedürfnisse als Chance gesehen, ein Miteinander zu schaffen, in dem sich alle wohl und willkommen fühlen.
Für unser traditionsreiches Vortragsprogramm auf dem 40C3 suchen wir einerseits Referentinnen in unserem Call for Content, andererseits rufen wir DJs und Musikerinnen dazu auf, unsere Lounge- und Partybühnen zu bereichern. Künstlerinnen und Gestalter können sich mit Exponaten, Skulpturen und Performances, die keine Bühne benötigen, über unseren Call for Art bewerben. Für unseren Punk-Späti suchen wir Spießgesellen und Komplizen für anarchische und antifaschistische Darbietungen in gewohnt herzlich-rauer Atmosphäre.



















Die Omas gegen Rechts in Magdeburg haben am Wahlwochenende Unterstützung aus dem ganzen Bund erhalten. – Alle Rechte vorbehalten: Demo: IMAGO / STEINSIEK.CH, Personen: Omas gegen Rechtstl;dr: Demonstration am Jungfernstieg am Samstag, 12.09., 14 Uhr.
Anlässlich der schockierenden Wahlergebnisse in Sachsen-Anhalt letzten Sonntag gehen wir gemeinsam am Samstag um 14 Uhr am Jungfernstieg mit einem Bündnis von mehr als 30 Organisationen für Menschlichkeit, gerechte Sozialpolitik und wehrhafte Demokratie auf die Straße.
Demoaufruf: Die Wahl in Sachsen-Anhalt stellt eine historische Zäsur dar. Erstmals seit Bestehen der Bundesrepublik droht eine rechtsextreme Partei ein Bundesland zu regieren. Dass dies nach den letzten Jahren niemanden mehr überrascht, macht es nicht harmloser, sondern gefährlicher. Denn Gewöhnung führt zu Resignation. Aber wir resignieren nicht. Wir sind solidarisch mit allen, die von rechtem Hass bedroht sind. Wir stellen uns gegen Sozialkürzungen, die den Nährboden für Rechtextremismus bereiten: Abstiegsangst, Unsicherheit und das Gefühl, von der Politik im Stich gelassen zu werden. Von der Politik fordern wir endlich eine angemessene Antwort: Die Bundesregierung und der Bundesrat müssen die nächsten Schritte Richtung Verbotsverfahren einleiten. Gleichzeitig wissen wir: Das allein reicht nicht. Es braucht uns alle: auf der Straße und im Alltag, im Betrieb, in der Schule, in der Nachbarschaft. Freiheit verteidigt sich nicht von selbst. Deshalb gehen wir am Samstag in Hamburg auf die Straße.
Killerunterhosen greifen an. Zahnpasta ist gefährlich. Und wer Erdnüsse isst, bekommt gigantische Muskeln. Klingt ziemlich bescheuert? Genau deshalb sind diese Beispiele ein guter Einstieg in ein Thema, das alles andere als lustig ist: Fake News, Desinformation und Verschwörungserzählungen.
In ihrem Sachcomic „Angriff der Killerunterhosen“ zeigt die kanadische Autorin und Illustratorin Elise Gravel Kindern, wie Falschinformationen funktionieren, warum Menschen sie verbreiten und weshalb wir manchmal sogar ziemlich offensichtlichen Unsinn glauben. Das Buch richtet sich an Kinder ab etwa acht Jahren und verbindet politische Bildung und Medienkompetenz mit ziemlich viel Quatsch, bunten Comicfiguren und schrägem Humor.
Das Spannende an „Angriff der Killerunterhosen“ ist, dass das Buch nicht einfach ein paar wahre und falsche Meldungen nebeneinanderstellt. Es geht einen Schritt weiter.
Warum werden Falschmeldungen erfunden? Warum verbreiten sie sich so gut? Was haben Gefühle wie Angst oder Wut damit zu tun? Warum teilen Menschen Meldungen, ohne sie vorher zu überprüfen? Und woran lässt sich erkennen, ob eine Geschichte tatsächlich stimmt?
Damit vermittelt das Buch etwas, das für Digitale Mündigkeit entscheidend ist: Informationen nicht bloß zu konsumieren, sondern innezuhalten, nachzufragen und Quellen zu überprüfen.
Gerade soziale Medien belohnen Inhalte, die Aufmerksamkeit erzeugen. Eine spektakuläre Behauptung verbreitet sich deshalb häufig leichter als eine komplizierte Erklärung. Wer sich selbstbewusst und möglichst empört äußert, muss deswegen noch lange nicht recht haben.
Elise Gravel erklärt diese Mechanismen nicht mit langen Textwüsten. Kleine Comicwesen diskutieren, widersprechen, behaupten Unsinn und zeigen ganz nebenbei, wie sich Tatsachen, Meinungen, Satire und erfundene Geschichten voneinander unterscheiden lassen.
Besonders praktisch: Das Buch vermittelt in zehn einfachen Schritten, wie Informationen überprüft werden können. Kinder sollen damit selbst herausfinden können, ob eine Nachricht glaubwürdig ist oder ob vielleicht doch gerade die Killerunterhose zuschlägt.
Dabei geht es nicht darum, Kindern eine bestimmte Meinung vorzugeben. Im Gegenteil: Sie bekommen Werkzeuge an die Hand, mit denen sie sich selbst ein Urteil bilden können.
Und vermutlich können auch manche Erwachsenen beim Mitlesen noch etwas lernen.
Kinder begegnen Desinformation längst nicht nur in Nachrichtensendungen. Sie taucht in Videos, Chats, Memes, Suchergebnissen und sozialen Medien auf. Und sie kommt keineswegs immer mit einem Warnschild daher.
Deshalb reicht es nicht, Kindern zu sagen: „Glaub nicht alles, was im Internet steht.“
Viel hilfreicher ist es, gemeinsam zu fragen: Wer behauptet das eigentlich? Woher stammt die Information? Gibt es Belege? Berichten andere verlässliche Quellen darüber? Und könnte jemand ein Interesse daran haben, dass ich diese Geschichte glaube oder weiterverbreite?
Genau diese Haltung vermittelt „Angriff der Killerunterhosen“, ohne dabei den Zeigefinger zu heben.
Wir finden: „Angriff der Killerunterhosen“ ist eine ausgesprochen gute Einführung in den Umgang mit Fake News und Verschwörungserzählungen. Das Buch nimmt Kinder ernst, ohne das Thema unnötig kompliziert zu machen. Es erklärt Manipulation, Quellenkritik und Faktenchecks verständlich und schafft es gleichzeitig, dabei wirklich unterhaltsam zu sein.
Eine gute Lektüre für Kinder ab etwa acht Jahren, für Familien, Schulen, Bibliotheken und alle, die jungen Menschen lieber Werkzeuge zum eigenen Denken geben möchten als fertige Antworten.
Das gebundene Buch hat 104 Seiten und ist bei Ravensburger erschienen.
„Angriff der Killerunterhosen“ von Elise Gravel gibt es natürlich im Digitalcourage-Shop:
shop.digitalcourage.de/digitalcourage-buecher-und-broschueren/angriff-der-killerunterhosen.html
Wer Mitglied wird, kann das Buch als Geschenk gratis bekommen.





















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Viele Gerichte regeln das Filmen per Hausrecht, wie hier am Kriminalgericht Moabit in Berlin.