Funk gibt es nun fast eine Dekade. – Alle Rechte vorbehalten: IMAGO / Zoonar
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– : Fraktal, generiert mit MandelBrowser von Tomasz Śmigielski
Rechts der Anführer vom Trump-"Klan". Das Meme spielt auf Obamas "Yes We Can" an und verweist auf den Nepotismus und die Selbstbereicherung der Trump-Familie. – Gemeinfrei-ähnlich freigegeben durch unsplash.com: Bruno Figueiredo



Immer wieder versuchen Geflüchtete, über den Ärmelkanal zu kommen. – Alle Rechte vorbehalten: IMAGO / NurPhoto

Zur Fahndung ausgeschriebene können etwa bei einer Passkontrolle an Flughäfen auffallen. (Symbolbild) – Alle Rechte vorbehalten: IMAGO / Sven Simon
Aus Sicht der unterzeichnenden Organisationen werden die wesentlichen grund- und datenschutzrechtlichen Bedenken durch die bekannt gewordene Einigung von CDU, SPD und BSW zur Reform des Sächsischen Polizeivollzugsdienstgesetzes nicht ausgeräumt. Trotz einzelner punktueller Verbesserungen bleibt eine Vielzahl an Regelungen bestehen, die erhebliche Eingriffe in die Privatsphäre und informationelle Selbstbestimmung aller Betroffenen darstellen.
Die unterzeichnenden Gruppen und Organisationen bewerten die Novelle sowie den nun veröffentlichten Änderungsantrag wie folgt und richten an alle sächsischen Abgeordneten die folgende Bitte:
„Wir appellieren an alle Abgeordneten des sächsischen Landtags, dieser massiven Ausweitung der (digitalen) Überwachung nicht zuzustimmen. Die zum Beschluss vorliegenden Anträge stellen alle Bürgerinnen und Bürger unter Generalverdacht und beschädigten damit das Vertrauensverhältnis zwischen Staat und Bevölkerung massiv. Die biometrische Analyse aller im Internet verfügbaren Quellen (§ 62b) benötigt eine im Vorfeld angelegte Biometriedatenbank und führt damit unweigerlich zu einem bislang nie dagewesenen Ausmaß an Überwachung auch völlig Unbeteiligter.”
Neben dem besonders weitreichenden sogenannten Klette-Paragraf (§ 62b) bewerten wir die vorgesehenen Befugnisse zur automatisierten Datenanalyse, der Quellen-TKÜ sowie zur Ausweitung präventiver Überwachungsmaßnahmen kritisch. Die vorgenommenen Anpassungen betreffen überwiegend Detailfragen der Umsetzung, während die grundlegenden Probleme des Gesetzentwurfs unangetastet bleiben. So werden weiterhin Verfahren ermöglicht, die auf komplexen algorithmischen Analysen großer Datenbestände beruhen. Die Nachvollziehbarkeit und Überprüfbarkeit solcher Systeme ist nach Auffassung vieler Fachleute nur eingeschränkt gewährleistet. Gleichzeitig bestehen erhebliche Zweifel daran, ob diskriminierende oder fehlerhafte Ergebnisse in der Praxis zuverlässig ausgeschlossen werden können.
Auch der geplanten Wiedereinführung automatisierter Kennzeichenerfassung in weiten Teilen Sachsens begegnen wir mit erheblichen Bedenken. Bereits durchgeführete Evaluierungen entsprechender Maßnahmen stellten deren Verhältnismäßigkeit und tatsächlichen Nutzen für die polizeiliche Arbeit in Frage.
Besondere Aufmerksamkeit verdient zudem die langfristige Wirkung solcher Befugnisse. Sicherheitsgesetze werden nicht nur von den derzeit Verantwortlichen angewendet, sondern stehen auch künftigen Regierungen und Behörden zur Verfügung. Werden umfassende Instrumente zur Datenerhebung, automatisierten Analyse und Identifizierung von Personen geschaffen, besteht grundsätzlich das Risiko, dass diese bei einem späteren politischen Regierungswechsel für Zwecke eingesetzt werden, die mit demokratischen und rechtsstaatlichen Grundsätzen nicht vereinbar sind. Gerade deshalb müssen Überwachungsbefugnisse von Anfang an eng begrenzt werden, verhältnismäßig sein und einer effektiven und wirksamen Kontrolle unterliegen. Gesetzliche Regelungen sollten so ausgestaltet werden, dass sie auch gegenüber möglichen künftigen Machtmissbräuchen robust bleiben und nicht zur Beobachtung, Einschüchterung oder Verfolgung politisch missliebiger Personen oder gesellschaftlicher Gruppen genutzt werden können.
Weitere Quellen und Links:
Unterzeichnende Organisationen (in alphabetischer Reihenfolge)
Fußballfans protestieren gegen die Pläne zum neuen Polizeigesetz Sachsen. Die geplante Ausweitung bei Tasern wurde inzwischen abgesagt. – Alle Rechte vorbehalten: Ultras Dynamo
Viel Sendungsbewusstsein, wenig dahinter. (Symbolbild) – Gemeinfrei-ähnlich freigegeben durch unsplash.com: Marsha Levina
Normalisierte Überwachung: Influencerin mit Smart Glasses von Meta bei einer Modenschau. – Alle Rechte vorbehalten: Berzane Nasser ABACAIhr kennt es alle: ihr meldet euch in einer App oder auf einer Website neu an, und ihr braucht ein gutes Passwort. Aber wo bekommt man das her, und noch viel wichtiger, wie merkt man sich das? Über die Zeit kommen schnell zig wenn nicht hunderte solche Passwörter zusammen.
Beim DIDAY im Juli zeigen wir euch bei uns im CCCHH, welche Optionen es gibt, und welche Vor- und Nachteile sich damit verbinden: unterschiedliche Passwort-Manager rein lokal auf dem eignenen Rechner, mit Synchronisierung über NextCloud, oder mit Cloud-Dienst. Und wir haben auch eine ganz einfach Papier-Variante, die trotzdem sicher ist!
Im Anschluss stehen wir euch für Fragen und Diskussionen zur Verfügung, natürlich auch zu anderen Themen der digitalen Unabhängigkeit.
Es ist keine Anmeldung erforderlich.
Der Betreiber von XVideos hat gegen die französischen Alterskontrollen geklagt. – Alle Rechte vorbehalten: IMAGO / Pond5 Images
Alexander Karp, Geschäftsführer von Palantir, im Januar 2026 in Davos. – CC-BY-NC-SA 4.0: World Economic Forum
Im Gesundheitsausschuss wurde der Gesetzentwurf der Regierung auf Herz und Nieren geprüft. Und es blitzte Kritik auf. – Gemeinfrei-ähnlich freigegeben durch unsplash.com: Danielle-Claude Bélanger
Mit gepackten Koffern stiegen wir am Freitag, den 29.05., früh in den Zug nach Warschau. Dort lud Panoptykon als Gastgeber zur diesjährigen Generalversammlung von European Digital Rights (EDRi) ein, an der wir als Mitgliedsorganisation natürlich auch teilnahmen.
EDRi ist das europäische Netzwerk zur Verteidigung und Förderung digitaler Grundrechte. Mehr als 50 Organisationen aus ganz Europa arbeiten gemeinsam gegen staatliche Überwachung und privaten Datenklau auf dem gesamten Kontinent. Digitalcourage ist seit vielen Jahren Mitglied. Die Generalversammlung ist das jährliche Klassentreffen der europäischen digitalen Zivilgesellschaft.
Vor uns lag ein volles Programm: Neben Gelegenheiten zur Vernetzung mit vielen Organisationen, mussten Haushalt und die politischen Leitlinien für die kommenden Jahre diskutiert und beschlossen werden. Drei Tage voller Digitalpolitik.
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Ein weiterer zentraler Punkt waren die zahlreichen Workshops, in denen die Mitglieder ihr Wissen zu digitalpolitischer Arbeit teilten. Und so auch wir: Unsere politische Geschäftsführerin Rena erklärte dem vollen Saal, wie wir Jahr für Jahr unsere BigBrotherAwards auf die Beine stellen. Unterstützung hatten wir dabei von den Kolleg.innen von Bits of Freedom und IuRe, die in den Niederlanden und in Tschechien jeweils ihre eigenen BigBrotherAwards veranstalten.
Wie schafft ihr es, dass Spiegel, Zeit und WDR über euch berichten? Wie wählt ihr eure Preisträger aus? Wie haltet ihr auch nach der Vergabe den Druck auf die Preisträger hoch? Fragen wie diese zeigen: Es gibt viel Interesse, auch in anderen Ländern BigBrotherAwards zu organisieren. Dafür teilten wir natürlich unsere ganze Erfahrung von einem Vierteljahrhundert und ermutigten alle Teilnehmenden dazu, diesen Schritt zu gehen. Es lohnt sich!
Auch andere Organisationen warteten mit spannenden Vorträgen auf: Wie kann Zivilgesellschaft jenseits von offenen Briefen die digitalpolitische Welt in der EU und den Mitgliedsstaaten mitgestalten? Müssen wir digitale Selbstbestimmung neu denken? Und wie gelingt eine bessere Vernetzung zwischen den EDRi-Organisationen? Wir hörten gespannt zu und notierten fleißig mit.
Digitalcourage wirkt. Wirken Sie mit!
Ein weiterer Höhepunkt: Mit Isabela Fernandes durften wir ein neues Mitglied im EDRi-Vorstand begrüßen. Isabela bringt jahrzehntelange Erfahrung aus der brasilianischen und internationalen Free-Software-Community mit und ist seit 2018 die Geschäftsführerin des Tor-Projektes – eine große Verstärkung also für das EDRi-Netzwerk!
Müde aber glücklich machten wir uns dann am Montag auf den Rückweg und stellten mit Überraschung fest, wie viel leichter unsere Koffer geworden waren. Hatten wir unsere Arbeitsrechner im Hotel liegen lassen? Nein, den Gewichtsunterschied machten die vielen kurz&mündig-Bände und Flyer, die uns förmlich aus den Händen gerissen wurden. Dafür im Gepäck: Eine Menge neuer Kontakte und Strategien für unseren Kampf gegen Überwachung von Staat und Wirtschaft.
Am vergangenen Samstag sperrten Aktivist*innen einen rechten Youtuber (o.l.) von einer Anti-Überwachungsdemo in Berlin (o.r.) aus, dort fanden sich auch zahlreiche Papp-Kameras (u.r.). Zeitgleich lief eine Demo durch Kiel (u.l.).
Der Film als Montage. – Gemeinfrei-ähnlich freigegeben durch unsplash.com: Denise Janstl;dr Kundgebung auf dem Hansaplatz am Samstag, 20.6., 14 Uhr, um weitreichende Überwachung in Deutschland und in Hamburg zu verhindern. Alle Infos: Überwachungsfrei.eu.
Bund und Länder treiben neue Überwachungsgesetze voran. Dazu gehören biometrische Rasterfahndung, automatisierte Massendatenauswertung, die Erhebung von Bewegungsdaten aus Fahrzeugen, Vorratsdatenspeicherung und Chatkontrolle. Hinzu kommt die Auswertung von Standortdaten aus Apps, ganz ohne gesetzliche Grundlage, sowie das Training intransparenter „KIs“ mit den frisch gesammelten Daten.
Gleichzeitig geraten soziale Probleme aus dem Fokus. Technische Überwachung wird als Lösung gesellschaftlicher und sozialer Herausforderungen betrachtet. Doch mehr Überwachung führt nicht zu mehr sozialer Sicherheit. Sie verschiebt Probleme, statt sie zu lösen, und verändert das Verhältnis zwischen Staat und Bevölkerung grundlegend. Schritt für Schritt wird alltägliches Verhalten unter Beobachtung gestellt und Freiheit eingeschränkt.
Kaum ein Ort in Hamburg verdeutlicht diese Entwicklung so sehr wie der Hansaplatz. Seit 2023 wird hier das Verhalten aller, die sich auf dem Platz aufhalten, durch Kameras und automatisierte Systeme erfasst und ausgewertet. Was als Ausnahme begann, wird nun zum Normalzustand: Kontinuierliche Beobachtung im öffentlichen Raum.
Wir setzen uns für den Schutz von Grundrechten und informationeller Selbstbestimmung ein. Für öffentliche Räume, in denen Menschen sich frei bewegen, austauschen und engagieren können, ohne permanent beobachtet und bewertet zu werden. Wir wollen eine Politik, die die Ursachen gesellschaftlicher Probleme angeht, statt immer neue Überwachungsmaßnahmen einzuführen.
Wir wollen das nicht hinnehmen.
Daher gehen wir auf die Straße. Am 20.06. um 14 Uhr in Hamburg, auf dem Hansaplatz.
– : Fraktal, generiert mit MandelBrowser von Tomasz Śmigielski
So sieht Open Source an Schulen aus: Tux, das offizielle Maskottchen des freien Linux-Kernels. – Alle Rechte vorbehalten: Marcel Roth
Schilder wie dieses gab es auf mehreren Demonstrationen gegen die Wehrpflicht. – Alle Rechte vorbehalten: IMAGO / Stefan Trappe
Am 21. Mai klingelten unsere Wecker schon früh. Um 9 Uhr hatten wir unseren Fototermin mit den Abgeordneten des Bundestags. Zusätzlich wollten natürlich auch die Journalisten vor Ort betreut und die Pressemitteilungen versendet werden. Dann endlich eine kurze Stärkung, denn unser Termin mit dem Ministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) stand an.
Der parlamentarische Staatssekretär Thomas Jarzombek empfing uns zu einem offenen Austausch über das zentrale Anliegen unserer Petition: Das Recht auf ein Leben ohne Digitalzwang muss ins Grundgesetz. Und ja, die 70.111 Unterschriften, die wir im Gepäck hatten, fordern alle diese Grundgesetzergänzung mit uns. Das machte Eindruck!
In dem halbstündigen Gespräch mit Herrn Jarzombek führten wir aus, warum die Ergänzung so wichtig ist: Arzttermine können immer seltener ohne Doctolib und Co. vereinbart werden, die eigenen DHL-Pakete sind nur noch mit App und Bluetooth erreichbar und in den Hauptbahnhöfen deutscher Großstädte werden nach und nach die Ticketautomaten abgeschafft. Viele befürchten da: Auf Angebote der Grundversorgung kann ich nur noch zugreifen, wenn ich bereit bin, ein gläserner Mensch zu werden. Gegenüber Staat und Privatwirtschaft.
Wir machten deutlich: Eine „Digital Only“-Strategie, so wie sie die Bundesregierung im Koalitionsvertrag niedergeschrieben hat, schließt die Millionen von Menschen aus, die sich einem durchgetrackten Leben und den App-Zwängen verweigern. So viele Menschen von der Teilhabe auszuschließen ist eine Gefahr für die Demokratie – und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern ist eine zentrale Aufgabe der Bundesregierung.
Der parlamentarische Staatssekretär hörte unseren Ausführungen aufmerksam zu, teils mit Zustimmung, teils mit Einwürfen und Nachfragen. Das ist ein gutes Signal, denn es zeigt, dass das Ministerium sich mit unseren Forderungen auseinandersetzt – und schenkt damit den über 70.000 Unterstützerinnen und Unterstützern ein offenes Ohr.
Unsere Botschaft an alle, die bei dem Wort „Grundgesetzergänzung“ ungläubig die Augenbrauen hochziehen: Wir denken langfristig – und wir sind hartnäckig. Seit der Digitalcourage-Gründung im Jahr 1987.
Wir freuen uns auf den weiteren Austausch mit dem Ministerium.
Zypern hat die EU-Ratspräsidentschaft. – Alle Rechte vorbehalten: Zyprische EU-Ratspräsidentschaft
Louisa Specht-Riemenschneider – Alle Rechte vorbehalten: Johanna Wittig
Auch bei der diesjährigen Fußball-WM der Männer wird immer weniger dem Zufall überlassen. – Gemeinfrei-ähnlich freigegeben durch unsplash.com: Fauzan Saari
Die Philosophin Judith Simon ist Sprecherin
für die Stellungnahme im Ethikrat. – Alle Rechte vorbehalten: IMAGO / IPON